Backgammon-Regeln

Backgammon Schritt für Schritt lernen: von der Grundaufstellung bis zu den fortgeschrittenen Regeln

⏱ Lesezeit: etwa 12 Minuten

Inhaltsverzeichnis

  1. Das Spiel im Überblick
  2. Das Spielmaterial
  3. Das Brett und die Punkte
  4. Grundaufstellung
  5. Spielablauf
  6. Ziehen der Steine
  7. Schlagen und Bar
  8. Einsetzen von der Bar
  9. Abtragen der Steine (Bearing off)
  10. Spielende und Wertung
  11. Der Doppelwürfel (Überblick)

1. Das Spiel im Überblick

Ob im Wiener Kaffeehaus, im Vereinslokal oder am Küchentisch in Graz: Backgammon zählt zu den ältesten Brettspielen der Welt, seine fernen Vorläufer reichen fast 5 000 Jahre zurück, zwischen Mesopotamien und Persien. Es ist ein Strategie- und Glücksspiel für zwei Personen. Das Ziel ist schnell erklärt: Wer zuerst alle 15 eigenen Steine ins eigene Heimfeld gebracht und danach vom Brett abgetragen hat, gewinnt.

Den besonderen Reiz macht die Mischung aus Zufall (den Würfeln) und reiner Strategie aus. Auch mit schwachen Würfen findet ein guter Spieler oft einen Weg, den Schaden klein zu halten. Und wer gut würfelt, kann durch falsche Entscheidungen trotzdem alles verspielen.

Wussten Sie schon?

Dass ein Experte einen Anfänger in einer einzelnen Partie schlägt, ist nur zu etwa 65–70 % wahrscheinlich. Über ein Match von 25 Partien liegen seine Siegchancen bei mehr als 90 %. Das macht den Zauber des Backgammon aus: Kurzfristig ist alles offen, langfristig zahlt sich Können aus.

2. Das Spielmaterial

Zu einem vollständigen Backgammon-Set gehören:

Eine Anleitung zur Auswahl Ihres Backgammon-Spiels samt Tipps für hochwertiges Spielmaterial finden Sie in unserer Kaufberatung.

3. Das Brett und die Punkte

Das Backgammon-Brett hat 24 Punkte (abwechselnd gefärbte Zungen, von 1 bis 24 nummeriert), die sich auf vier Felder zu je 6 Punkten verteilen:

Die Bar trennt die beiden Heimfelder von den Außenfeldern. Geschlagene Steine warten dort, bis sie wieder einsteigen können.

Alle Steine laufen stets in dieselbe Richtung — vom gegnerischen Feld in das eigene Heimfeld —, die beiden Spieler ziehen dabei in entgegengesetzte Richtungen.

4. Grundaufstellung

Die Ausgangsstellung ist für beide Seiten symmetrisch. So sieht die Standardaufstellung aus:

PunktAnzahl SteineFarbe
Punkt 24 (gegnerisches Heimfeld)2 SteineIhre Farbe
Punkt 13 (Mitte des gegnerischen Felds)5 SteineIhre Farbe
Punkt 8 (Mitte des eigenen Felds)3 SteineIhre Farbe
Punkt 6 (eigenes Heimfeld)5 SteineIhre Farbe

Als Gedächtnisstütze dient 2-5-3-5 auf den Punkten 24-13-8-6. Der Gegner stellt seine Steine spiegelbildlich auf der anderen Seite auf.

Mehr dazu, mit kommentierten Skizzen, lesen Sie in unserem Ratgeber zur Backgammon-Grundaufstellung.

5. Spielablauf

Wer beginnt, wird ausgewürfelt: Jeder wirft einen Würfel, und wer die höhere Augenzahl hat, eröffnet — und zwar mit beiden geworfenen Würfeln, nicht nur mit dem eigenen. Bei Gleichstand wird wiederholt.

Danach sind die Spieler abwechselnd am Zug. In jedem Zug gilt:

  1. Würfel im Becher schütteln und in die eigene Brettseite werfen
  2. Steine entsprechend den gewürfelten Augen ziehen
  3. Ist ein regelgerechter Zug möglich, muss er gespielt werden (freiwilliges Aussetzen ist nicht erlaubt)
Wichtige Regel:

Lässt sich nur einer der beiden Würfel spielen, müssen Sie nach Möglichkeit den höheren nehmen. Einen Zug verlieren Sie nur dann, wenn er tatsächlich unmöglich ist.

6. Ziehen der Steine

Jeder Würfel zählt als eigener Zug. Mit einer 3 und einer 5 können Sie:

Ein Stein darf auf einem Punkt landen, der:

Auf einem Punkt mit 2 oder mehr gegnerischen Steinen darf ein Stein nicht landen. Für Sie ist dieser Punkt „geschlossen“.

Pasch

Zeigen beide Würfel dieselbe Zahl (Pasch), spielen Sie diesen Wert viermal statt zweimal. Mit einem Pasch 4-4 haben Sie also vier Züge zu je 4 Feldern. Das ist oft sehr stark!

7. Schlagen und Bar

Steht auf einem Punkt nur ein einzelner Stein, nennt man ihn Blot; er ist angreifbar. Landet der Gegner auf diesem Punkt, wird Ihr Stein geschlagen und auf die Bar (die Mittellinie des Bretts) gelegt.

Sobald ein oder mehrere Steine von Ihnen auf der Bar liegen, ist Eile geboten: Sie müssen zuerst alle diese Steine einsetzen, bevor Sie irgendeinen anderen Zug machen dürfen.

8. Einsetzen von der Bar

Um einen Stein von der Bar einzusetzen, bringen Sie ihn in das gegnerische Heimfeld (Punkte 1 bis 6 des Gegners, aus Ihrer Sicht die Punkte 19 bis 24). Die Augenzahl des Würfels bestimmt den Einsetzpunkt:

Sind alle in Frage kommenden Punkte geschlossen (2 oder mehr gegnerische Steine), können Sie nicht einsetzen und müssen aussetzen.

Strategietipp:

Zu den gefürchtetsten Manövern im Backgammon zählt es, möglichst viele Punkte im eigenen Heimfeld zu schließen, während ein gegnerischer Stein auf der Bar liegt — man spricht vom „Schließen des Heimfelds“: Die 6 geschlossenen Punkte bilden dann eine „volle Prime“, die der Stein auf der Bar nicht mehr überwinden kann.

9. Abtragen der Steine (Bearing off)

Stehen alle 15 Steine in Ihrem Heimfeld (Punkte 1 bis 6), dürfen Sie beginnen, sie vom Brett abzutragen. Diese Schlussphase heißt auf Englisch „Bearing off“.

Für das Abtragen gilt:

Achtung: Wird während des Abtragens einer Ihrer Steine geschlagen, müssen Sie ihn von der Bar einsetzen, BEVOR Sie weiter abtragen dürfen.

10. Spielende und Wertung

Wer zuerst alle 15 Steine abgetragen hat, gewinnt die Partie. Wie viel der Sieg zählt, hängt von der Lage des Gegners ab:

Diese Werte werden mit dem aktuellen Stand des Doppelwürfels multipliziert, falls er im Spiel war.

11. Der Doppelwürfel (Überblick)

Der Doppelwürfel gehört als eigenes Element zum Backgammon-Material. Anfänger übersehen ihn gern, im ernsthaften Spiel ist er jedoch grundlegend. Zu Beginn liegt er in der Mitte, die Seite „64“ zeigt nach oben (neutrale Position). Solange der Würfel in der Mitte liegt, kann jeder Spieler zu Beginn seines Zuges und vor dem Würfeln anbieten, den Einsatz zu verdoppeln; danach darf nur noch der Besitzer des Würfels erneut doppeln. Der Gegner nimmt an (das Spiel läuft mit doppeltem Einsatz weiter) oder lehnt ab (und verliert die Partie zum bisherigen Einsatz).

Eine ausführliche Erklärung samt fortgeschrittenen Strategietipps bietet unsere Seite zum Doppelwürfel.

Bereit für die Praxis?

Sie kennen jetzt die Regeln. Als Nächstes lernen Sie die besten Strategien kennen, mit denen Sie Ihre ersten Partien gewinnen.

Strategie entdecken →

Häufige Fragen zu den Regeln

Dürfen mehr als 5 Steine auf demselben Punkt stehen?
Ja, die Zahl der Steine auf einem Punkt ist nicht begrenzt. Zu Spielbeginn sieht man häufig 6, 7 oder noch mehr Steine auf Punkt 13.
Was passiert, wenn Würfel vom Brett fallen oder schlecht geworfen werden?
Fällt ein Würfel vom Brett, landet außerhalb der Brettseite des Spielers oder bleibt schräg an einem Stein liegen, gilt der Wurf nicht und wird wiederholt. Beide Würfel müssen ganz in der richtigen Brettseite des Spielers und flach liegen.
Darf man darauf verzichten, einen gegnerischen Stein zu schlagen?
Ja, ein gegnerischer Blot muss nie geschlagen werden. Passt es strategisch nicht, lassen Sie ihn stehen — indem Sie an ihm vorbeiziehen oder einfach andere Steine vorrücken.
Was passiert, wenn ich einen ganzen Zug aussetzen muss?
Lässt sich keiner der beiden Würfel regelgerecht spielen (etwa weil alle Einsetzpunkte blockiert sind und ein Stein von Ihnen auf der Bar liegt), verfällt der gesamte Zug. Das kommt gelegentlich vor und gehört zum Spiel.

Sie suchen ein schönes Backgammon-Brett, um nach diesen Regeln zu spielen? Le Palais des Echecs führt eine Auswahl an luxuriösen Backgammon-Brettern aus Massivholz, mit Lederveredelung und Steinen aus natürlichem Knochen.